Kinder

Sollte man seine drogenabhängigen Kinder rausschmeißen?

Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, ist entgegen vieler anderslautender Meinungen, noch nicht alles verloren. Gerade wenn der/die betreffende Jugendliche zwar Heroin verwendet, aber noch zur Schule oder in die Lehre geht und auch noch ein Dach über dem Kopf hat - entweder bei den Eltern oder in der eigenen Wohnung - dann kann eine Menge getan werden, um einem dramatischen Suchtverlauf vorzubeugen.

Wichtig ist, daß drogenabhängige Menschen im Jugendalter nicht aus ihren heimatlichen Bezügen herauskatapultiert werden. Man sollte also seinen Sohn oder seine Tochter nicht auf die Straße setzen, nur weil er oder sie Kontakt mit (illegalen) Drogen hat. Leider erzählen manche Drogenberater auch heute noch genau das Gegenteil.

Natürlich kann es Grenzen der Belastung geben, wenn beispielsweise das Wohnungsinventar versetzt oder das Haushaltsgeld geklaut wurde bzw. körperliche Bedrohung stattfindet. Aber erst dann, wenn bei Eltern oder Freunden die Kräfte, um zu helfen, erschöpft sind, kann ein solcher Schritt unausweichlich sein. Viel wichtiger aber ist, daß die vorhandenen Bezüge zur Mitwelt solange wie möglich aufrecht erhalten werden. In diesem Zusammenhang ist es enorm wichtig, daß drogenkonsumierende Schüler auf keinen Fall von der Schule geschmissen werden. Denn sind erst einmal alle Brücken abgebrochen, wird die Abwanderung zur 'offenen Drogenszene' mit ihren dramatischen Verelendungserscheinungen immer wahrscheinlicher. Der Freundeskreis besteht dort häufig ‚nur' noch aus Menschen, die selber auf Droge sind. Hier wird es dann zunehmend schwieriger, sich aus eigener Kraft von den vielfältigen Problemen, die mit der Sucht verbunden sind, zu befreien. Doch der Weg in dieses Elend ist lang und bietet zwischendurch viele Möglichkeiten der positiven Veränderung.

Von hoher Bedeutung ist, so schwierig dies im Einzelfall sein mag, daß sowohl die Angehörigen als auch die professionellen Helfer und Pädagogen niemals den Stab über jemandem brechen, der drogenabhängig ist.

Welche Möglichkeiten der Hilfe gibt es nun für Drogenabhängige

Im Bereich der Drogenhilfe gibt es in Hamburg eine breite Palette verschiedenster Hilfeangebote. Eine Adressenliste verschiedener Drogeneinrichtungen können Sie im Anhang finden. Ausschlaggebend für die Wahl der geeigneten Behandlungsform ist die Bedürfnis- und Notlage des einzelnen Drogenabhängigen. Jede/r Betroffene muß letztlich selber entscheiden, welche Art der Hilfe für sie/ihn geeignet ist. Hier nun einige Erläuterungen:

 

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