Drogen

Aufklärung für Eltern zum Thema Drogen

Liebe Eltern.

Dieses Informationsblatt soll Ihnen bei dem Versuch helfen, das Problem der Drogenabhängigkeit besser zu verstehen. Es soll aufklären und dazu beitragen, Vorurteile und Fehlinformationen zu korrigieren, die auch bei Ihnen vielleicht entstanden sein können. Denn die bisherige Drogenaufklärung hat aus Gründen der Abschreckung nicht selten mit übertriebenen Darstellungen und unrichtigen Informationen gearbeitet. Dies hat die Bereitschaft von jungen Menschen, Drogen zu konsumieren, oft nicht verhindert, sondern teilweise sogar gefördert.

Da ausführliche Drogenfachkunde auch immer ein Stück werbenden Charakter hat, wollen wir hier nur in begrenztem Umfang auf die chemischen Details und medizinischen Aspekte eingehen. Wer ganz genau über die Herkunft und die chemische Zusammensetzung von bestimmten 'Suchtstoffen' Bescheid wissen möchte, möge sich an eine Drogenberatungsstelle wenden oder sich die gewünschten Informationen über entsprechende Fachbücher beschaffen (siehe Bücherliste im Anhang).

Wir möchten bei allem Verständnis für die Sorgen, die Eltern sich über das Wohlergehen ihrer Kinder machen, dazu beitragen, daß Sie nicht in panische Angst verfallen müssen, wenn Ihre Kinder oder die der Nachbarn in Kontakt mit Drogen geraten. Die Dinge sollen hier weder verharmlost noch aufgebauscht werden. Wir bemühen uns um eine möglichst wahrheitsgetreue Darstellung des Themas 'Drogen', die Ihnen hoffentlich hilft, mit Klarsicht und Realitätsnähe an mögliche Suchtprobleme, die in Ihrer unmittelbaren Umgebung auftauchen, heranzugehen.

Wir werden in dieser Informationsschrift keine Tips geben, wie Sie am besten oder am schnellsten feststellen, ob Ihr Sohn oder Ihre Tochter Drogen nimmt. Manche Drogeninformationsschriften veranlassen Eltern durch die Auflistung bestimmter Verhaltensauffälligkeiten zu vorschnellen Rückschlüssen in Bezug auf eine mögliche Drogenabhängigkeit Ihrer Kinder. Zum Beispiel muß das Nachlassen schulischer Leistungen oder das Auftreten gelegentlicher Müdigkeit nicht zwangsläufig ein Beweis dafür sein, daß Ihr Sohn oder Ihre Tochter Haschisch raucht öder Heroin spritzt; denn solche Symptome können durchaus auch andere Ursachen haben. In diesem Zusammenhang ist viel wichtiger, daß Sie zu Ihren Kindern ein Vertrauensverhältnis entwickelt haben, welches diesen ermöglicht, von sich aus mit ihren Problemen zu Ihnen zu kommen.

Gründe und Ursachen von Sucht und Abhängigkeit

Warum Menschen süchtig oder abhängig werden, darüber streiten sich bis heute die Gelehrten. Doch soviel scheint sicher, es gibt nicht die eine klar zu benennende Ursache. Vielmehr scheint das Zusammenspiel verschiedener Faktoren für die Entstehung von Süchten verantwortlich zu sein. Dabei können belastende biographische - also persönliche - Erfahrungsmomente während der Kindheit und der Pubertät genauso eine Rolle spielen, wie der Leistungsdruck in der Schule oder die Schwierigkeit, eine Wohnung bzw. einen befriedigenden Arbeitsplatz zu bekommen.

Es gibt sowohl den Drogenkonsum, der lediglich aus Neugierde und grenzüberschreitendem Erfahrungshunger geschieht, als auch jenen, welcher der Beschwichtigung vorhandener Lebens- und Zukunftsängste dient. Tatsache ist daß die Lust am Probieren unter Jugendlichen erheblich zugenommen hat. Doch wenn es den Menschen aus dem persönlichen Umfeld der Betreffenden - also Eltern, Geschwistern, Freunden, Lehrern, Freizeitpädagogen, Sportvereinsmitgliedern usw. - gelingen könnte, möglichst undramatisch auf den Erstkonsum zu reagieren und diesen Probierern nicht gleich das Etikett 'verloren und süchtig' aufzudrücken, dann wäre schon viel gewonnen. Ist aber diese Stigmatisierung erst einmal erfolgt, wird es für die Erstkonsumenten von illegalen Drogen um so schwieriger, aus der ihr bzw. ihm zugewiesenen Rolle des 'Drogensüchtigen' wieder herauszufinden.

Auch die beste Mutter der Welt
merkt nicht, daß ihr Kind nach

alk3

stinkt, wenn sie selber
trinkt!

 

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